Slogan: Man hat nur einen Bewegungsapparat.

PNF zur Behandlung von orthopädischen und neurologischen Krankheitsbildern

Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF, PNF-Stretching, isometrisches Dehnen) findet häufig in der Nervenheilkunde (Neurologie) Anwendung. Aufgrund ihrer funktionell-physiologischen Grundlage kann PNF aber auch gut in der allgemeinen Physiotherapie angewandt werden, beipspielsweise bei Kraftschwund nach Operationen.

Geschichte

Die PNF wurde in den Jahren von 1946 bis 1951 vom Neurophysiologen Herman Kabat (1913–1995) und der Physiotherapeutin Margaret Knott (1913–1978) in Vallejo, Kalifornien entwickelt. Zunächst wurden mit ihrer Hilfe lediglich Poliomyelitis-Patienten behandelt. Man erkannte aufgrund guter Erfolge jedoch, dass auch andere Patientengruppen von der Behandlungsmethode profitieren können.

Methode

Sie gehört zu den “Basis-Methoden” der Physiotherapie und zeichnet sich durch komplexe Bewegungsmuster (sogenannte Pattern) aus.

Bei der PNF wird u. a. versucht, gestörte Bewegungsabläufe zu normalisieren. Dazu werden die Druck- und Dehnungsrezeptoren in Muskeln (Propriozeptoren), aber auch Sehnen, Gelenkkapseln und Bindegewebe z. B. durch Druck, Dehnung, Entspannung oder auch Streckung stimuliert. Diese Abläufe werden in bestimmten festgelegten Reihenfolgen durchgeführt.
Dabei wird die behandelte Muskulatur Muskel abwechselnd passiv gedehnt und in gedehnter Position angespannt. Dies wird auch als postisometrische Relaxation (PIR) bezeichnet.

Wichtig bei der PNF ist die Summation von Reizen, sei es exterozeptiv (taktil, visuell, akustisch) oder propriozeptiv (über Muskel-, Gelenk- und Sehnenrezeptoren), um insgesamt möglichst effektiv zu wirken.

Behandlungsziele

  • Muskelspannung normalisieren
  • Spastizität herabsetzen
  • schwache bzw. gelähmte Muskeln aktivieren = fazilitieren
  • Fördern der motorischen Kontrolle
  • Fördern von Mobilität, Ausdauer, Kraft
  • Geschicklichkeit, Koordination, Standsicherheit verbessern

Verschreibung

Bei neurologischen Patienten lautet die zugehörige Verordnung des Arztes “Krankengymnastik bei zentralen Bewegungsstörungen” oder “Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage”.