Slogan: Man hat nur einen Bewegungsapparat.

Multimodale Schmerztherapie

Akute Schmerzen sind als Warnsignal sinnvoll und besitzen damit eine wichtige biologische Funktion. Sie haben eine eindeutige Ursache. Kausale Behandlung führt meist dazu, dass die Schmerzen nachlassen und nach einer gewissen Zeit verschwinden.

Chronischer Schmerz überdauert diesen zu erwartenden Zeitraum, in dem normalerweise eine Heilung stattfindet. Für dieses Überdauern der Schmerzen gibt es mehrere Faktoren. Die Schmerzen haben ihre Leit- und Warnfunktion verloren und sich zu einem selbstständigen Krankheitsbild entwickelt. Man spricht auch vom Schmerzgedächtnis.

Beispiele sind bestimmte Kopf- und Rückenschmerzen (auch nach Operationen), Stumpf- und Phantomschmerzen, posttraumatische Schmerzen. Aber auch Migräne und der Cluster-Kopfschmerz sind hier zu nennen.

Das Schmerzempfinden ist individuell sehr unterschiedlich, auch vermeintlich “kleine Themen” können zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.Die Therapie sollte nach einem multimodalen Ansatz erfolgen. Wir können dabei folgendes leisten:

Physiotherapeutische / physikalische Maßnahmen

Von den sensiblen Nerven der Haut zu den vegetativen Nerven der inneren Organe laufen die kutiviszeralen Reflexe (z. B. warme Umschläge auf der Bauchhaut führen zu einer Entspannung des Darms). Die sensiblen Nerven dieser Hautareale (= Headsche Zonen) treten außerdem auf gleicher Höhe ins Rückenmark wie die sensiblen Nerven der zugeordneten inneren Organe, sodaß bei Schmerzzuständen des inneren Organs auch eine Überempfindlichkeit bzw. Schmerzen in der zugeordneten Zone auftreten können.

Neben sensiblen Reizen der Haut ziehen auch sensible Reize von Bindegewebe, Knochenhaut und der Skelettmuskulatur über Reflexbögen sowohl zu den inneren Organen als auch zu den Skelettmuskeln und auchvon einem Organ zum anderen. Entsprechend unterscheidet man von den Headschen Zonen der Haut noch Bindegewebs-Zonen, Knochenhaut-Zonen und Muskel-Zonen. Man kann sagen, dass sich die inneren Organe durch die Nervenstrukturen auf den Bewegungsapparat projizieren.

Massagetherapie

Durch bestimmte Massagetechniken (z. B. Reflexzonenmassage des Rumpfes, manuelle Segmenttherapie, Akupressur) kann man über die Reflexbögen Einfluss nehmen auf das zugeordnete innere Organ. Dies führt zu Durchblutungsverbesserung und Muskelentspannung und infolgedessen zur Schmerzlinderung dieser Organe. Außerdem werden Substanzen schneller abtransportiert, die bei einem Gewebsschaden die Schmerzrezeptoren reizen.

Lymphdrainage

Mittels Manueller Lymphdrainage, beispielsweise nach Traumen und Operationen lässt sich eine Schmerzlinderung bewirken. Der Druck im Gewebe wird effektiv gesenkt, der Schmerz nimmt sofort ab.

Thermotherapie

Wärme- und Kälteanwendungen können die inneren Organe beeinflussen. Man unterscheidet Wärmetherapie und Kältetherapie (Kryotherapie). Bei Traumen und akuten Entzündungen wird Kälte, bei chronischen Entzündungen und Entzündungen von Schleimhäuten sowie bei Muskelverspannungen wird Wärme angewendet.

Wärme bewirkt:

  • Senkung des Muskeltonus und damit Entspannung der Muskulatur
  • Zunahme der Durchblutung durch Gefäßweitstellung
  • Schmerzlinderung

Kälte bewirkt:

  • Zunahme des Muskeltonus
  • Abnahme der Durchblutung durch Gefäßengstellung und damit Blutstillung, gefolgt von Zunahme der Durchblutung nach Kältereiz
  • Analgesie durch Kälteanästhesie
  • Entzündungshemmung

Elektrotherapie

Neben der mechanischen Muskelreizung führt ein elektrischer Strom über Reflexbögen zur Durchblutungsverbesserung, Muskelentspannung und infolgedessen zur Schmerzlinderung der inneren Organe. Zusätzlich bewirkt die Reizung der sensiblen Nervenstrukturen, dass zum einen die Schmerzrezeptoren unempfindlicher werden und zum anderen eine Steigerung der Ausschüttung körpereigener Endorphine erreicht wird. Durch diese Behandlung wird eine Linderung oder Beseitigung von Schmerzzuständen erreicht.

Ein Beispiel ist die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). Die Klebeelektrode wird im Schmerzgebiet selbst, den Headschen Zonen oder anderen Reflexzonen angebracht. Dann Gleichstrom in Form von niederfrequenten Impulsen zwischen 1 und 150 Hz angelegt. Die Stromstärke wird individuell eingestellt.
Mittlerweile werden Geräten für den Hausgebrauch häufig von den Krankenkassen gestellt. Leider sind Patienten mit dem Anlegen und der Einstellung oft überfordert. Wir helfen dabei gerne.

Puls-Applikations-Therapie (radiale Schal(stoß)wellentherapie)

Durch die Puls-Applikations-Therapie können häufig Schmerzmedikamente reduziert werden und auch insbesondere bei Patienten, die keine Verbesserung ihrer Schmerzsymptomatik durch andere Methoden erreicht haben, deutliche Schmerzminderungen erreicht werden.

Akupunktur / Akupressur

Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus, welche auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss soll durch Beinflussung der auf den Meridianen liegenden Akupunktur- und Akupressurpunkte wieder ausgeglichen werden. Das kann durch Vibration (Akupunkt-Massage = APM), Druck (Akupressur), lokaler Wärme (Moxibustion) oder neuerdings mittels Schallimpulsen (Stoßwellenakkupunktur) und Laser erfolgen.

Setzen von Nadeln / Injektionen

Da Physiotherapeuten in Deutschland keine invasiven Techniken durchführen dürfen, arbeiten wir in diesem Bereich mit unserer Partnerpraxis im selben Haus zusammen.

Nadelung an Körper und Ohr

In der Physiotherapie spricht man dabei vom “Dry Needling”, also der Triggerpunktbehandlung mittels Nadeln. Diese Art der Akupunktur ist auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannt, ort werden die Triggerpunkte als Ashi-Punkte bezeichnet.

Neuraltherapie

Hier soll durch Injektion eines Lokalanästhetikums auch das vegetative Nervensystem beeinflusst werden, um sogenannte Störfelder auszuschalten. Das Mittel wirkt für ca. 2 Wochen und “kappt” diSchmerzweiterleitung. Oft kommt der Schmerz danach nicht wieder.